Was, wenn im Team plötzlich alles eskaliert?

Was, wenn im Team plötzlich alles eskaliert? Was Teamentwicklung für mich bedeutet

Vor Kurzem habe ich eine Weiterbildung zum Thema Teamentwicklung gemacht. Mit Teams arbeite ich schon lange, bisher vor allem in Workshops zu Präsenz, Kommunikation und Zusammenarbeit.
Doch was passiert eigentlich, wenn Konflikte im Team zur Sprache kommen, die sich über Jahre angestaut haben?

Vor diesem Gedanken hatte ich beim Thema Teamcoaching bisher ziemlich Respekt: Alte Konflikte, unausgesprochene Vorwürfe, Enttäuschung, Frust.

Was mache ich, wenns eskaliert?

Mein Wunsch war lange wahrscheinlich eher, dass alle den Workshop mit einem guten Gefühl verlassen.

Heute denke ich: Ein gutes Gefühl entsteht nicht unbedingt dadurch, dass Konflikte vermieden werden. Sondern manchmal gerade dadurch, dass sie endlich ausgesprochen werden können.

Das Schweigen ist oft schwieriger

Nicht jeder ausgesprochene Konflikt ist automatisch ein Problem. Schwieriger ist oft der unausgesprochene: Wenn niemand sagt, was fehlt, wenn Frust nur zwischen Tür und Angel oder in der Kaffeeküche geteilt wird oder wenn viele denken, dass etwas nicht stimmt und niemand es direkt anspricht.

Dann verändert sich meistens nichts.

Natürlich heißt das nicht, dass ein Teamentwicklungstag zur großen Abrechnung werden sollte.
Es braucht einen Rahmen, in dem unterschiedliche Sichtweisen zur Sprache kommen können, ohne dass es um Schuld, Recht haben oder die Suche nach dem schwarzen Schaf geht.

Wenn sichtbar, sagbar und hörbar wird, was ein Team beschäftigt, kann es gemeinsam überlegen:

  • Was brauchen wir?
  • Was brauchen wir nicht mehr?
  • Was läuft eigentlich schon gut?
  • Was möchten wir verändern?
  • Und was wäre jetzt ein sinnvoller nächster Schritt?

Die richtigen Gespräche ermöglichen

Durch die Weiterbildung wurde mir noch einmal deutlich:

Vieles davon knüpft an meine bisherige Arbeit mit Gruppen und Teams an. Neu ist für mich, diese Erfahrungen noch gezielter auf Teamentwicklung und längerfristige Teamprozesse auszurichten.

Teamentwicklung bedeutet für mich nicht, Harmonie herzustellen. Sondern einen Raum zu schaffen, in dem die richtigen Gespräche stattfinden können.

Meine Aufgabe in der Teamentwicklung sehe ich nicht darin, jeden Konflikt für das Team zu lösen. Sondern darin, einen klaren Rahmen zu schaffen, Themen zu sortieren und unterschiedliche Perspektiven hörbar zu machen.

Ich glaube, wenn ein Team den Mut hat, ehrlich miteinander zu sprechen, ist das oft ein Zeichen dafür, dass Entwicklung beginnt.

Vielleicht fragst du dich und dein Team heute auch einfach mal: Welches Gespräch wird gerade nicht geführt, obwohl genau dieses zur Veränderung führen könnte?

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