Flexible Teamentwicklung braucht einen klaren Rahmen und die Freiheit, auf das zu reagieren, was ein Team im Prozess wirklich benötigt.

Teamentwicklung braucht einen Plan und die Freiheit, ihn zu verändern

Teamentwicklung braucht einen Plan und die Freiheit, ihn zu verändern

Zu einer guten Vorbereitung auf eine Teamentwicklung gehört für mich, mit den Verantwortlichen über das Team, den Anlass und das gewünschte Ziel zu sprechen.

Was ist passiert?
Was soll nach dem gemeinsamen Tag anders sein?
Welche Themen beschäftigen das Team?
Und was sollte auf keinen Fall unter den Tisch fallen?

Daraus entsteht ein möglicher Ablauf mit Methoden, die zum Anliegen passen.

Und dann kommt das Team.

Ein Teamprozess lässt sich nicht komplett planen

Denn erst im Raum zeigt sich, was tatsächlich gebraucht wird.

Vielleicht stellt sich heraus, dass ein vermeintlicher Konflikt eigentlich eine ungeklärte Rollenfrage ist. Vielleicht braucht das Team weniger Austausch als gedacht und dafür eine klare Entscheidung. Oder ein Thema, das im Vorgespräch nebensächlich erschien, nimmt plötzlich sehr viel Raum ein.

Dann kann ich natürlich sagen: „Schön, aber laut meinem Ablaufplan wären wir jetzt bei Punkt drei.“
Kann man machen. Hilft nur wahrscheinlich niemandem. 😉

Ein guter Rahmen ist wichtig. Gleichzeitig darf er nicht so starr sein, dass darin kein Platz mehr für das Team bleibt.

Erst wahrnehmen, dann reagieren

Genau hier hilft mir meine Erfahrung aus dem Improvisationstheater.

Nicht, weil ich mit jedem Team Theater spielen möchte.

Sondern weil ich dort seit vielen Jahren übe, genau wahrzunehmen, was gerade passiert, wirklich zuzuhören und nicht am eigenen Plan festzuhalten, wenn die Situation etwas anderes braucht.

In meinen Improkursen sage ich den Teilnehmenden oft:

„Stopp. Was hat dein Gegenüber gerade gesagt? Reagiere darauf.“

Die spannenden Szenen entstehen selten dadurch, dass jemand die eigene Idee konsequent durchsetzt. Sie entstehen, wenn die Spielenden aufnehmen, was bereits da ist und gemeinsam daran weiterarbeiten.

Ich glaube, das gilt auch für Teams.

Bevor wir vorschnell eine Lösung suchen, lohnt sich die Frage:

Haben wir verstanden, worum es gerade geht?

Nicht jedes Team muss Theater spielen

Improvisation prägt also vor allem meine Haltung in der Teamentwicklung. Gleichzeitig gibt sie mir ein großes methodisches Repertoire.

Manchmal braucht ein Team ein klar moderiertes Gespräch.

Manchmal hilft eine Aufstellung, um Rollen oder unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen.

Vielleicht bringt ein kurzes Warm-up neue Energie in den Raum. Oder eine spielerische Übung macht innerhalb weniger Minuten erfahrbar, was vorher lange abstrakt besprochen wurde.

Auch kleine Szenen oder Simulationen können sinnvoll sein um typische Gesprächssituationen, festgefahrene Muster oder verschiedene Reaktionsmöglichkeiten auszuprobieren.

Aber: Nicht jedes Team muss Improtheater spielen.

Die Methode sollte zum Anliegen und zu den Menschen passen. Nicht umgekehrt.

Struktur und Beweglichkeit

Meine Aufgabe in der Teamentwicklung sehe ich nicht darin, von außen die perfekte Lösung mitzubringen.

Ich schaffe einen Rahmen, stelle Fragen, sortiere Themen und mache unterschiedliche Perspektiven hörbar. Dabei ist mir wichtig, beweglich genug zu bleiben, um den Ablauf anzupassen, wenn sich im Prozess etwas anderes zeigt.
Vieles davon kenne ich bereits aus meiner bisherigen Arbeit mit Gruppen und Teams. Die Weiterbildung hat mir geholfen, diese Erfahrungen neu zu ordnen und meinen Blick stärker auf längerfristige Teamprozesse zu richten.

Vielleicht fühlt sich Teamentwicklung deshalb wie eine so logische Erweiterung meiner bisherigen Arbeit an. Sie verbindet vieles, womit ich seit Jahren arbeite: Gruppenprozesse, Gestaltberatung, Präsenz, Improvisation und die Freude daran, gemeinsam etwas zu entwickeln, das vorher noch nicht feststand.

Wenn du gerade an ein Team denkst, das sich neu zusammengesetzt hat, vor einer Veränderung steht oder bei bestimmten Themen immer wieder an derselben Stelle landet, schreib mir gern ein paar Zeilen zu eurer Situation.

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